1 Vorwort

Grundsatz:

Eine Fuge ist nach DIN 52460 der beabsichtigte oder toleranzbedingte Raum zwischen Bauteilen. Sie muss im Vorfeld sorgfältig geplant, ausgeschrieben oder den bestehenden Regelwerken entnommen werden. Das Abdichten ist das Verschließen der Fuge. Dies kann mit bewegungsausgleichenden spritzbaren Dichtstoffen, Dichtungsbändern und -folien erfolgen.

Für die fachgerechte Abdichtung von Anschluss- und Bewegungsfugen (Dehnfugen) steht mittlerweile eine Reihe von verschiedenen Systemen zur Verfügung.

Neben den allseits bekannten vorkomprimierten und imprägnierten Fugendichtbändern (auch Kompribänder genannt), haben sich ebenfalls Fugendichtbänder etabliert, die nicht nur die äußere Fugenabdichtung z. B. der Fensteranschlussfuge herstellen können, sondern auch die wärmedämmende Funktionsebene und die innere Abdichtungsebene (3D) oder nur die innere Abdichtungsebene und die Funktionsebene (2D). Aufgrund ihrer mehrfachen Funktion werden sie auch als Multifunktionsdichtbänder bezeichnet. Diese werden auf Basis eines vorkomprimierten und imprägnierten Dichtbandes mit zusätzlichen Funktionseigenschaften hergestellt.

Bei der Abdichtung von Fensteranschlussfugen werden drei Abdichtungsebenen definiert.

1. Äußere Fugenabdichtung, die schlagregendicht, diffusionsoffen, witterungsbeständig und winddicht sein muss.
2. Mittlere Dichtebene (auch Funktionsebene genannt), welche wärme- und schalldämmend sein muss.
3. Innere Dichtebene, welche luftdicht und diffusionsdichter sein muss, als die Außenabdichtung.

Abbildung 1

Abbildung 2


Durch die unterschiedlichen Anforderungen müssen Abdichtungen von Fugen klar getrennt werden:
  • Fensteranschlussfugen, die entsprechende Aufgaben zur Trennung des Raum- und Außenklimas übernehmen können müssen, und die übrigen
  • Fassadenfugen, welche lediglich eine äußere Fugenabdichtung sicherstellen müssen.

Für die Abdichtung von Fenstern/Außentüren an die flankierenden Bauteile sollte die Eignung der Dichtsysteme anhand entsprechender Nachweise z. B. ift-Richtlinie MO-01/1 „Baukörperanschluss von Fenstern, Teil 1: Verfahren zur Ermittlung der Gebrauchstauglichkeit von Abdichtungssystemen“,  durch den jeweiligen Hersteller abgeklärt sein.

Für die Qualität der Abdichtung von Fassadenfugen mit vorkomprimierten und imprägnierten Dichtbändern sind die Anforderungen der DIN 18542 „Abdichten von Außenwandfugen mit imprägnierten Fugendichtungsbändern aus Schaumkunststoff – Imprägnierte Fugendichtungsbänder –
Anforderungen und Prüfung“ Stand Juli 2009 heranzuziehen.

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