4 Konstruktive Voraussetzungen

4.1 Klotzung und Dampfdruckausgleich

Die Lastabtragung des Scheibengewichtes sowie die Lagesicherung der Scheibe erfolgt über die Klotzung im Glasfalz (siehe Technische Richtlinien des Glaserhand­werks Nr. 3: Klotzung von Verglasungseinheiten). Bei dichtstofffreien Falzräumen ist der Dampfdruckausgleich nach außen über ausreichend bemessene Öffnungen si­cherzustellen (siehe Bild 2). Durch eine entsprechende Ausformung des Glasfalzes und/oder durch die Wahl ge­eigneter Klötze (Klotzbrücken o. Ä., siehe Bild 3) muss eine Verbindung der Hohlräume im Glasfalz hergestellt werden, um einen Dampfdruckausgleich zu gewährleisten. Es ist zu beachten, dass für die Verglasungsklötze eine ausreichen­de Auflagefläche vorhanden ist und die Klötze gegen Ver­rutschen gesichert sind.

Abbildung 2
Dampfdruckausgleich nach außen über Öffnungen

Abbildung 3
Dampfdruckausgleich im dichtstofffreien Glasfalz durch entsprechende Formgebung des Rahmens und/oder durch geeignete Klötze


Bei üblichen Fensterbreiten ist in jedem Eckbereich eine Öffnung für den Dampfdruckausgleich anzuordnen. Wird ein Glasfalzmaß (oder der Abstand der Öffnungen) von 1200 mm überschritten, so ist, wie bei Feuchträumen, im mittleren Bereich eine weitere Öffnung vorzusehen. Boh­rungen müssen dabei mindestens einen Durchmesser von 8 mm besitzen und Schlitze mindestens eine Abmessung von 5 mm x 20 mm haben.

Wird der Falzraum durch Sprossen geteilt, ist durch Verbin­dungen der einzelnen Falzräume untereinander ein zusam­menhängender Glasfalzraum zu schaffen (Bild 4).

Abbildung 4
Schematische Darstellung für die Anordnung der Dampfdruckausgleichsöffnungen


4.2 Glashalteleisten

Die Befestigung der Glashalteleiste muss folgende Aufga­ben dauerhaft erfüllen:
  • Die Abtragung von Lasten senkrecht zur Scheiben­ebene, die aus Windlasten entstehen
  • Die Trennung von Raum- und Außenklima durch die luftdichte Anlage am Rahmen
Die Befestigung der Glashalteleiste darf nicht zur Beschädigung der Glasscheiben führen.
Ist die Befestigung der Glashalteleiste die gegen Raum­luft ausreichend dichte Anlage am Rahmen nicht sicherzustel­len oder liegen erhöhte Feuchtebelastungen von der Raum­seite vor, muss durch Maßnahmen im Bereich unter der Glashalteleiste, wie in Bild 5 dargestellt, eine Verbesserung der Dichtheit zwischen Rahmen und Glashalteleiste geschaffen werden.


Abbildung 5
Ebenenmodell im Bereich Glashalteleiste und Rahmen


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