13 Begriffe

Anschlussfuge
Die Anschlussfuge ist nach DIN 52460 die Fuge zwischen unterschiedlichen Bauteilen.

Butyldichtungsbänder und -profile
Butyldichtungsbänder und -profile sind vorprofilierte, plastisch bleibende, nicht reaktive und im Allgemeinen selbstklebende Abdichtungsmaterialien, die entweder zwischen Fugenflanken oder abdeckend über Fugen eingebaut werden und ohne zu erhärten, Fugen und Flächen abdichten.

Durchdringungen
Durchdringungen sind Bauteile oder Elemente in verschiedenen Formen, die zu einer Aussparung in der Bauteilfläche erforderlich sind, z.B. Antennendurchgänge, Dachausstiege, Dachgullys, Schornsteine, Entlüftungen, Dachgauben und Lichtkuppeln.

Elastisch

Eigenschaft eines Dichtstoffs/Montageklebstoffs, sich auf Grund von auftretenden Bewegungen im Fugenbereich reversibel zu verformen.

Ein elastischer Dichtstoff/Montageklebstoff verändert unter Einwirkung einer Kraft seine Form und nimmt nach Beendigung der Krafteinwirkung seine ursprüngliche Form vollständig oder überwiegend wieder an.

Abbildung 24
Elastisches Verhalten


Fuge
Eine Fuge ist nach DIN 52460 der beabsichtigte oder toleranzbedingte Raum zwischen Bauteilen.
Sie muss im Vorfeld sorgfältig geplant, ausgeschrieben oder den bestehenden Regelwerken entnommen werden.

Haftkleber für Butyldichtungsbänder
Haftkleber sind lösemittelhaltige, nichtreaktive, filmbildende Haftvermittler (Grundierungen), die zwischen Butyldichtungsband und Substrat, vor allem auf saugfähigen Untergründen zum Schließen von Poren und Unebenheiten aufgetragen und anschließend ausreichend abgelüftet werden müssen.

Haftgrund (Primer)
Flüssiges Material zur Oberflächenbehandlung der Haftflächen, das vor dem Einbringen des Dichtstoffs/Montageklebstoffs aufgebracht wird, um dessen Haften sicherzustellen.

Kaschierung
Eine Kaschierung ist ein technologischer Vorgang, bei dem eine Folie/Papier mit einer Trägerunterlage (Butylband) fest verbunden wird und dadurch eine qualitativ andere Oberflächenbeschaffenheit der Trägerunterlage erzielt wird.

Klebstoff
Nach DIN EN 923 wird ein Klebstoff definiert als ein Nichtmetall und Bindemittel, das über Adhäsion und Kohäsion wirkt.
Eine Verklebung ist demgemäß das Verbinden zweier Fügeteile mittels eines Klebstoffs.

Montageklebstoff
Unter Montageklebstoffen versteht man pastöse Klebstoffe, die vor allem zum Kleben und fugenfüllenden Abdichten bei der Montage von Bauteilen und Baustoffen eingesetzt werden und ein breites Einsatzspektrum aufweisen. Montageklebstoffe können  physikalisch trocknend oder chemisch vernetzend sein und nach verschiedenen Rohstoffgruppen eingeteilt werden.
Im ausgehärteten Zustand können sie elastisch (spannungsausgleichend) oder starr (kraftschlüssig) sein.

Plastisch
Eigenschaft eines Dichtstoffs/Butyldichtungsbandes und -profils, sich nach einer Verformung nicht oder nur in geringem Maße zurückzuverformen.

Abbildung 25
Plastisches Verhalten


Reparaturen (Notabdichtungen/Notreparaturen)
Notabdichtungen/Notreparaturen sind zeitlich befristete Abdichtungen als vorübergehender Schutz im Schadensfall.
Sie sind keine dauerhafte Problemlösung, die üblicherweise zu erwartenden Eigenschaften einer Abdichtung können nicht vorausgesetzt werden.

Selbsthaftung
Ein Abdichtungsmaterial wird als selbsthaftend bezeichnet, wenn eine einwandfreie, dauerhafte Haftung auf den bestimmungsgemäßen Haftflächen ohne einen zusätzlichen Haftvermittler (Primer) erreicht wird.
Eine Selbsthaftung ohne weitere Einschränkung gilt demgemäß für alle empfohlenen Baustoffe.

Spritzbarer Dichtstoff
Ein spritzbarer Dichtstoff ist nach DIN EN 26927 ein Stoff, der als spritzbare Masse in eine Fuge eingebracht wird und sie bewegungsausgleichend abdichtet, indem er aushärtet und an geeigneten Flächen in der Fuge haftet (siehe Punkt 5.1).

Stoß/Stoßfuge
Bereich, in dem Einzelelemente stumpf aufeinanderstoßen.
Wird eine Stoßfuge mit spritzbaren Dichtstoffen abgedichtet, ist auf eine vorgeschriebene Fugendimensionierung zu achten.
Die Mindestfugenbreite sollte dabei 6 mm nicht unterschreiten.

Tack
Tack ist ein Ausdruck für die Soforthaftung eines sehr klebrig eingestellten Butyldichtungsbandes mit nur noch schwer korrigierbarer Lage auf dem jeweiligen Bauteiluntergrund.

Überlappung/Überlappungsfuge
Bereich, in dem Werkstoffe oder Materialien übereinander angeordnet sind.
Eine Überlappung ist eine Überschneidung zweier Materialien im Stoßbereich (z. B. bei Blechanschlüssen, Dachbahnen, Dachdichtungsbahnen etc.). Das Überlappungsmaß ist u. a. abhängig von der entsprechenden Fügetechnik (Verklebung, lose Verlegung etc.).

Abbildung 26
Überlappungsfuge


Verträglichkeit mit angrenzenden Baustoffen
Die Verträglichkeit eines Abdichtungsmaterials ist gegeben, wenn keine Veränderungen, z.B. Bindemittelabwanderungen, Verfärbungen, Korrosion am Material und/oder der bestimmungsgemäß vorliegenden Haftflächen sowie dem angrenzenden Baustoff auftreten (siehe auch Tabelle 9). Die Verträglichkeit der einzelnen Abdichtungsmaterialien kann nach DIN 52452-1 geprüft und beurteilt werden.

Verträglichkeit mit Bitumen oder bitumenhaltigen Baustoffen
Die Verträglichkeit mit Bitumen oder bitumenhaltigen Baustoffen ist als Sonderfall zu betrachten. Bitumen ist ein thermoplastischer Baustoff, der bei Temperaturerhöhungen erweicht oder flüssig wird. Das führt sowohl zu Haftungsverlusten eines Abdichtungsmaterials, zu Erweichungen als auch zu Verfärbungen im Material oder an der Oberfläche. Die Eignung eines Abdichtungsmaterials mit Bitumen ist mit dem Hersteller abzustimmen, wenn keine klare diesbezügliche Empfehlung vorliegt.

Zulässige Gesamtverformung

Unter der Zulässigen Gesamtverformung (ZGV) versteht man den Verformungsbereich (Gesamtheit von Dehnung, Stauchung, Scherung), innerhalb dessen ein spritzbarer Dichtstoff seine Funktionsfähigkeit beibehält.
In der DIN EN ISO 11600 wird in diesem Zusammenhang von Bewegungsvermögen gesprochen.

Herausgeber:
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