5 Ausführung

5.1 Vorbereitung der Fugen

Sind Fugenflanken mit größeren Profilierungen, Fehlstellen oder Abweichungen von der Parallelität vorhanden, sollten sie entsprechend folgender Arbeitsbeschreibung ausgebildet werden.
 
  • Grundsätzlich sind alle Fugen vor dem Einbau zu reinigen. Vorhandene Dichtstoff- oder Mörtelreste, Schmutz und andere Fremdkörper sind zu entfernen.
  • Die Fugenflanken sowie mögliche Anstriche sind bei einer Fassadensanierung mit einzubeziehen.
    Fugen mit unzureichender Fugentiefe oder Fugenbreite sind auf die erforderlichen Maße aufzuarbeiten (z. B. Aufschneiden oder Reprofilieren).
  • Fugen mit einem zu großen Querschnitt, mit zu großen Maßänderungen oder Abweichungen in der Parallelität sind nachzuarbeiten.
  • Bei einem Anschluss an Mauerwerk ist darauf zu achten, dass ein Fugenglattstrich vorhanden ist. Mauerwerkssteine, die an der Oberfläche strukturiert sind, müssen durch einen Glattstrich nivelliert werden. Gleiches gilt für den Fenstereinbau.

5.2. Verarbeitung von Fugendichtungsbändern

Als Erstes wird die Fugenbreite festgestellt und die passende Fugendichtungsband-Dimension ausgewählt.
 
Dabei müssen die vom Hersteller angegebenen Toleranzen (das Fugenspaltmaß zuzüglich der zu erwartenden Bewegungen) eingehalten werden.
 
Die Fugendichtungsbänder dürfen im eingebauten Zustand die Einsatzobergrenze nicht überschreiten.
 
Die abzudichtende Fuge hat ein Fugenspaltmaß von 10-12 mm, und die zu erwartende Bewegung wird mit +- 25 % bzw. rund 3 mm angenommen, so ergibt sich daraus, dass das einzubauende Fugendichtungsband minimal 7 mm und maximal 15 mm annehmen kann.
Nun ist eine Fugendichtungsbanddimension zu wählen, die diese Werte umschließt.
Das wäre z. B. ein Band mit den Toleranzen 7-15 mm.
 
Nach Entfernen des Vorlaufstreifens von der Fugendichtungsbandrolle wird der schräg zulaufende Anfang des Fugendichtungsbandes abgeschnitten. In der Regel sind das wenige Zentimeter, abhängig von der Dicke des Bandes.
 
Bei Verlegung eines Fugendichtungsbandes in die Fuge ist ein Überdehnen der Fugendichtungsbänder generell zu vermeiden.
 
Beim Ablängen des Fugendichtungsbandes wird mindestens ein Zentimeter pro Laufmeter Ist-Fugenlänge aufgeschlagen. Die Bänder dürfen nicht gezogen werden, sondern müssen mit „Druck“ (auf Stauch) aneinandergesetzt und in die Fuge gebracht werden.
 
Das Fugendichtungsband wird in die Fuge eingelegt. Das Band darf dabei nicht verdreht oder in Richtung der Fugentiefe gestaucht werden.
 
Mithilfe eines Spachtels oder einem ähnlichen Werkzeug wird das Fugendichtungsband mit der Selbstklebeseite (Montagehilfe) an eine Fugenflanke angedrückt und damit fixiert (siehe Abbildung 5). Ist die Fuge z. B. nass oder staubig, so dass die Selbstklebung nicht haftet, wird das Fugendichtungsband mit Holzkeilen solange fixiert, bis es aufgegangen ist und sich an der gegenüberliegenden Fugenflanke abstützt. Danach können die Holzkeile entfernt werden. Die Holzkeile dürfen nur mit der minimal erforderlichen Kraft eingesteckt werden, um das Fugendichtungsband an diesen Stellen nicht stark zu komprimieren oder gar zu beschädigen.

Abbildung 5


Bei Fugenkreuzungen werden die horizontalen Fugendichtungsbänder seitlich stumpf gegen die Vertikalen gestoßen (s. Abbildung 6). Fugendichtungsbänder werden in Fugen-Ecken immer stumpf gestoßen und niemals um die Ecken herumgezogen.

Abbildung 6


Die Rückstellung des Fugendichtungsbandes beginnt bereits beim Öffnen der Rolle, was aufgrund der rückstellverzögernden Imprägnierung so langsam geschieht, dass genügend Zeit bleibt, um das Fugendichtungsband von der Rolle in die Fuge zu verarbeiten.
 
Die Geschwindigkeit, mit der ein Fugendichtungsband aufgeht, ist i. d. R. temperaturabhängig. Bei hohen Temperaturen wird dieser Vorgang beschleunigt und bei niedrigen verzögert.
 
Sind die Fugendichtungsbänder bei der Verarbeitung zu warm, ist ein Einbau nahezu unmöglich, weil sie zu schnell aufgehen. Aus diesem Grund wird bei hohen Außentemperaturen die kühl temperierte Lagerung der Fugendichtungsbandrollen bis kurz vor der Verwendung empfohlen.
 
Bei niedrigen Temperaturen ist mit einem langsameren Rückstellverhalten zu rechnen.
 
Bei Frost stellen sie sich normalerweise nicht zurück. Das schadet den Fugendichtungsbändern zwar nicht, jedoch ist in dieser Zeit kein erforderliches Rückstellverhalten zu erwarten und die Fuge ist somit nicht abgedichtet.

5.3. Anwendungsbeispiele

5.3.1. Fensterfugen

Hinweis zu Multifunktionsdichtungsbändern:

Multifunktionsdichtungsbänder können unterschiedliche Seiten für innen und außen haben, die dann entsprechend gekennzeichnet sind.
 
Die dampfdiffusionsdichtere Seitemuss nach innen zeigen. Es muss ein Prüfnachweis über die Wasserdampfdurchlässigkeit vorliegen.
 
Dieser Effekt kann auch durch ein feuchtevariables Diffusionsverhalten der Multifunktionsdichtungsbänder erzielt werden. Dieser Prüfnachweis über die Wasserdampfdurchlässigkeit muss ebenfalls vorliegen.

Abbildung 7
mit Vorwandmontagezarge

Abbildung 8
mit Vorwandmontagezarge

Abbildung 9
mit Vorwandmontagezarge

Abbildung 10


5.3.2. Fassadenfugen


Abbildung 11

Abbildung 12

Abbildung 13

Abbildung 14


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