6 Auswahl der Abdichtungsmaterialien

Aufgrund der sehr unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten und Materialanforderungen können spritzbare Dichtstoffe verschiedener Rohstoffbasen zum Einsatz kommen.

Die Dichtstoffauswahl erfolgt nach den Beanspruchungen, die sich aus den mechanischen und witterungsbedingten Einflüssen sowie den angrenzenden Baustoffen und Bauteilen sowie Oberflächenbehandlungen ergeben.

Nach DIN EN ISO 11600 und DIN EN 15651-1 werden Dichtstoffe in verschiedene Klassen eingestuft:
Dichtstoffe für die Fassade werden als Typ F bezeichnet.
Tabelle 5: Klassifizierung von Baudichtstoffen (F) nach DIN EN ISO 11600
Klasse nach F
Zulässige Gesamtverformung
(Bewegungsvermögen/Bewegungsaufnahmevermögen)
 7,5 P
 
7,5 %
12,5 P
12,5 E
 
12,5 %
20 LM
20 HM
 
20 %
25 LM
25 HM
 25 %

LM: Low Modulus (= niedriger Dehnspannungswert)
HM: High Modulus (= hoher Dehnspannungswert)
E: Elastisch
P: Plastisch

Erläuterungen:

Für bauseitige Untergründe mit hoher Eigenfestigkeit (z. B. Beton, Metalle, Klinker, Holz) sind hochmodulige Dichtstoffe (Klasse HM) oder niedermodulige Dichtstoffe (Klasse LM) einsetzbar.
Für bauseitige Untergründe mit geringerer Eigenfestigkeit (z. B. Putze, Porenbeton, WDVS) sind niedermodulige Dichtstoffe (Klasse LM) zu bevorzugen.

Rohstoffsystem Zulässige Gesamtverformung
(Bewegungsvermögen/
Bewegungsaufnahmevermögen)
Silikon 20 - 25 %
Polyurethan 12,5 - 25 %
Hybrid-Polymer 20 - 25 %
Acrylatdispersion 7,5 - 25 %
Polysulfid 12,5 - 25 %

Tabelle 6: Verschiedene Rohstoffsysteme und ihre Auslobungen im Markt

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