8 Verarbeitungshinweise

Auf folgenden Anforderungen hin sind die einzusetzenden Produkte (Datenblatt) je nach Belastung/ Anwendungsfall zu prüfen:
  • Einwandfreie Haftung auf den zu klebenden Materialien
  • Anstrichverträglich auf vorhandenen Beschichtungen/Vorbehandlungen
  • Verträglich mit den zu klebenden Baustoffen
  • Ausreichende Festigkeit bei Druck-/Scher- und Schälbelastungen
  • Ausreichende Dehnfähigkeit bei Zugbelastungen bei spannungsausgleichenden Klebungen

Verarbeitung:
  • Beachtung der Umgebungstemperatur
  • Beachtung der Objekttemperatur (evtl. erwärmen)
  • Beachtung der Materialtemperatur des Klebstoffs (evtl. erwärmen)
  • Beachtung der erforderlichen Umgebungsfeuchtigkeit

Folgende Arbeitsschritte zur Erzielung einer einwandfreien Klebung sind einzuhalten:

Reinigung:
Die Reinigung poröser mineralischer Oberflächen erfolgt mechanisch, z. B. mit einer Stahlbürste.
Die Reinigung nichtporöser Oberflächen erfolgt mit einem vom Hersteller empfohlenen Reinigungsmittel oder z. B. Spiritus oder Isopropanol.
Grundsätzliches Ziel bei der Reinigung der Haftflächen sollte das Entfernen vorhandener Verunreinigungen wie z. B. Trennmittel, Fett, Öl, Staub, Wasser, alter Kleb-/Dichtstoffe sein, um eine möglichst optimale Haftung mit dem entsprechenden Montageklebstoff sicherzustellen. Hierzu kann es erforderlich sein, dass die Haftflächen mit einem geeigneten Primer vorbehandelt werden. Dabei ist die vom Hersteller vorgeschriebene Zeitspanne (Mindestablüftzeit) zwischen Auftragen des Primers und Auftragen des Montageklebstoffs einzuhalten. Ebenso ist die offene Zeit des Primers zu berücksichtigen, die angibt, bis zu welchem Zeitpunkt der Montageklebstoff spätestens aufgebracht werden muss.
Erforderlichenfalls sind entsprechende Distanzstücke einsetzen, um das Werkstück exakt zu positionieren und/oder eine definierte Spaltbreite sicherzustellen.

Auftragen des Klebstoffs in der vorgeschriebenen Auftragsstärke nach Angaben des Herstellers.

Aufbringen des zu klebenden Werkstoffs innerhalb der offenen Zeit des Montageklebstoffs und festes Andrücken, eine vollständige Benetzung ist notwendig.
Überschüssiges, herausgedrücktes Material entfernen.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit können die Aushärtung und die Materialeigenschaften und damit die Funktionstüchtigkeit der Klebung beeinflussen.


Wichtige Hinweise:
Feuchtigkeitsvernetzende Systeme sind auf Zufuhr von Feuchtigkeit für die Vernetzung und ggf. Abtransport von Spaltprodukten angewiesen.

Durch Abgabe von Wasser (oder Lösemittel) aushärtende Systeme sind ebenfalls auf gute
Luftzirkulation oder auf zumindest einen saugenden Untergrund zur Abfuhr des Wassers (oder Lösemittels) angewiesen.

Wasser-basierte Systeme sind meist nicht stabil gegen dauerhafte Einwirkung von Feuchtigkeit und daher nicht oder nur sehr stark eingeschränkt für Klebungen im Außenbereich geeignet.

Bei beidseitig nicht saugenden Untergründen ist das technische Datenblatt zu beachten oder die genauen Verarbeitungshinweise für diesen Anwendungszweck beim jeweiligen Hersteller zu erfragen.

Die meisten 1-komponentigen Montageklebstoffe sind, auch wieder in Abhängigkeit von der Anwendung, jedoch nicht für die vollflächige Klebung von nicht-saugenden, bzw. dampfdichten Substraten geeignet. Hier ist es erforderlich, den Klebstoff raupenförmig aufzutragen und nach dem Fügen der Bauteile einen definierten Mindestabstand einzuhalten (hierzu ist ebenfalls das jeweilige technische Merkblatt zu beachten). Ein Beispiel einer solchen Klebung, ist in Abbildung 3 dargestellt.

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