5 Fugenausbildungen

Die DIN 18 540 „Abdichtungen von Außenwandfugen im Hochbau mit Fugendichtstoffen“ gilt nicht für Fugen zwischen Porenbetonbauteilen. Sie sollte jedoch bei Anschlussfugen zwischen Porenbeton Montagebauteilen und anderen Bauteilen (z. B. Zargen, Stahlbetonstützen, Decken, Wände usw.) sinngemäß beachtet werden.

Bei der Ausführung von Brandwänden sind die besonderen brandschutztechnischen Vorschriften zu beachten.

5.1 Fugenausbildungen mit Dichtstoffen

5.1.1 Fugenausbildungen der Fugenarten A und B

Diese Fugen werden in der Regel innerhalb der gefasten äußeren Längskanten der Platten ausgeführt. Der Kunstharzmörtel bzw. der plastische Fugendichtstoff soll nach dem Glattstreichen in dem tiefsten Fugenbereich mindestens eine Dicke von 3 mm aufweisen.

Fugenart A
Es kommen Kunstharzmörtel zum Einsatz, die spritzfähig sind.
Es handelt sich um Einkomponentenmaterialien auf verschiedenartiger Bindemittelbasis.

Fugenart B
Es kommen plastische Fugendichtstoffe zum Einsatz. Die Massen sind spritzfähige, lufttrocknende Einkomponentenmaterialien, zumeist auf Basis Acrylatdispersion.


Tabelle 1: Beispielrechnungen
  Plattendicke [cm] Plattenlänge [m] ta  [°C] ti [°C] tba [°C] tbi [°C] ^t ^Itlin [mm/m] FD [%]

erf bF [m]

Gewählt bF [m]

1 17,5 6,0 65 12 15 20 55,5 0,26 20 11,9 12
2 17,5 6,0 -15 20 10 8 -36,0 -0,06 20 -12,7 13
3 20,0 6,0 65 12 5 20 52,5 0,26 20 11,5 12
4 20,0 6,0 -15 20 35 25 -40,0 -0,06 2 -13,3 14
5 20,0 6,7 65 12 8 15 56,5 -0,26 20 13,5 14
6 20,0 6,7 -15 20 9 25 -27,0 -0,06 20 -12,9 13
7 25,0 7,5 65 12 5 5 53 -0,26 20 13,5 14
8 25,0 7,5 -15 20 25 35 -35,0 -0,06 20 -14,4 15


5.1.2 Fugenausbildung Fugenart C

Die Fugenbreite beträgt in der Regel 10 – 15 mm, die Dichtstoff-Tiefe soll 8 – 10 mm nicht unterschreiten. Dreiflankenhaftung ist zu vermeiden.
Es kommen plastische und elastische Fugendichtstoffe zum Einsatz. Die Massen sind spritzfähige, lufttrocknende Einkomponentenmaterialien, hauptsächlich auf Basis Acrylatdispersion.

5.1.3 Fugenausbildung Fugenart D (z. B. Gebäudetrennfuge)

Die Fugenbreite muss für diese Fugenart aufgrund der unterschiedlichen Beanspruchung mindestens 20 mm betragen, die Dichtstoff-Tiefe sollte 12 mm nicht unterschreiten. Dreiflankenhaftung ist zu vermeiden. Es kommen elastische Fugendichtstoffe zum Einsatz.

Um einen Bruch im Porenbeton durch hohe Spannungsspitzen zu vermeiden, muss die Festigkeit des Fugendichtstoffes geringer als die Porenbetonfestigkeit sein. Die Massen sind spritzfähige Ein- oder Zweikomponentenmaterialien auf verschiedener Bindemittelbasis, die sowohl lufttrocknend als auch selbstaushärtend sein können.

5.2 Fugenausbildungen mit vorkomprimierten und imprägnierten Fugendichtbändern

Sie finden Anwendung bei Fugenart C und bei Gebäudetrennfugen Fugenart D und bei schadhaften Fugen.

Fugendichtbänder bestehen aus einem offenzelligen Polyurethan-Schaumstoff als
Trägermaterial, in den ein Imprägnat eingebracht wird.

Dieses Imprägnat stellt die wesentlichen Eigenschaften des Dichtbandes sicher:
  • Verzögerte Rückstellung, um einen Einbau in fertige Fugen zu ermöglichen
  • Wasserabweisende ( abdichtende ) Wirkung
  • UV- und Alterungsschutz des Trägermaterials
Fugendichtbänder werden nach DIN 18 542 „Abdichten von Außenwandfugen mit imprägnierten Fugendichtbändern aus Schaumkunststoff – Anforderung und Prüfung“ nach Art der Beanspruchung in verschiedene Gruppen eingestuft:

BG1 geeignet für die ungeschützte Außenanwendung; sie sind schlagregensicher bis zu einem Differenzdruck von 300 Pa

BG2 geeignet für die Außenanwendung, sollten aber mit Leisten abgedeckt werden

BGR sind speziell für die Raumseite vorgesehen und dichten die Fuge luftdicht ab


Für die dauerhafte Funktion des Bandes ist die Einhaltung eines Mindestkomprimierungs-grades im eingebauten Zustand erforderlich. Dieser Mindestkomprimierungsgrad (max. zulässige Expansion) wird durch die vom Hersteller vorgegebene Toleranzgrenze definiert und muss zwingend eingehalten werden.

Das Einbringen ist witterungsunabhängig. Die Fugenflanken werden nicht auf Zug beansprucht. Unebenheiten in diesem Bereich gleicht das Band während des Expandierens aus.

Nähere Einzelheiten zu den Fugendichtbändern und deren Verarbeitung sind dem IVD-Merkblatt Nr. 26 – Abdichten von Fenster- und Fassadenfugen mit vorkomprimierten und imprägnierten Fugendichtbändern – zu entnehmen.

5.3 Fugenausbildungen mit Alu-Grund- und Deckprofilen

Eine Lösung erhält man auch mit der Anordnung von Alu-Deckleisten, welche die statisch nachweisbare Verankerungstechnik mit der Abdeckung der vertikalen Fugen verbinden.

Die Verankerung der Wandplatten erfolgt mittels durchlaufender oder stückweise angebrachter Grundprofile. Bei Grundprofilstücken wird eine Verfugung nach Fugenart C zwischen den Profilstücken empfohlen.

Vor dem Aufklemmen der Deckprofile sollte die Beschichtung ausgeführt werden.

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